Ins Geschichtsbuch geschaut: Kegelhüte zu Karneval

Die ersten Büttensitzungen wurden mancherorts bereits abgehalten, an den Faschingswagen wird noch eifrig geschraubt und gepinselt, und so manche fleißige Mama näht zuhause gerade das Kostüm für den Faschingsumzug. Die Fastnacht ist in Franken und vielen anderen Regionen und Ländern eingezogen. Die „fünfte Jahreszeit“ beginnt hierzulande traditionell am 11.11. des Vorjahres und endet am Faschingsdienstag, dem Tag vor Aschermittwoch. Mit dem Aschermittwoch beginnt die sechswöchige Fastenzeit, die auf das Osterfest vorbereitet.

Dass Goldbuch ganz nah mit dem Fasching verbunden war, ist heute so nicht mehr bekannt, aber alte Bilder und ein Blick in die Firmengeschichte verraten: Die Firma „Papierverarbeitungswerk Georg Brückner“ (erst später wird sie in Goldbuch Georg Brückner GmbH umbenannt) stellt in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts Karnevalsartikel wie Konfetti, Luftschlangen, Clown-Hüte und Weiteres her.

Blick ins Sortiment

Angefangen hat alles am 14. Januar 1907, als das Bamberger Unternehmen von Georg Brückner und seiner Frau Anna gemeinsam gegründet wird, um Toilettenpapier und Haushaltspapier herzustellen. Trotz des bevorstehenden Kriegsausbruchs sind die Beiden optimistisch, als sie in Bamberg das Grundstück einer ehemaligen Gussstahlfabrik in der Hallstadter Straße 50, erwerben. Dort befindet sich noch heute der Firmensitz und die heimische Produktion. Nach dem Tod des Gründerpaares übernehmen die Söhne Anton, Rudolf und Richard im Jahr 1945 gemeinsam das Geschäft.

Ein Jahr später erhält die Firma die Produktionslizenz und die ersten Fotoalben entstehen unter den speziellen Bedingungen der Nachkriegszeit: Anton Brückner und seine Frau stellen sie zuhause am Küchentisch aus Resten von Verdunklungspapier her. Die Alben kommen so gut an, dass sie zur Frankfurter Herbstmesse 1949 unter zahlreichen Produkten an erster Stelle genannt werden. Schultüten und Karnevalsartikel bleiben jedoch nach wie vor wichtige Umsatzträger im Sortiment.

Messestand

In den Siebzigern stellt das „Georg Brückner Papierverarbeitungswerk“ die Produktion von Karnevalsartikeln ein. Es bleibt nur die Kegelform der Papphüte, die jetzt als Grundlage für das umfassende Schultütenprogramm von Goldbuch dient. Wer die damals kegelförmigen Hüte herstellen konnte, dem lag die Produktion von Schultüten schließlich nahe. Noch heute wird jede Tüte in Handarbeit gefertigt. Übrigens, wer gerne mal einen Blick in unsere Schultütenproduktion werfen mag, der kann dies in einem Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks (BR) tun: facebook.com/goldbuch/videos

Und wie ist es bei euch? Feiert ihr auch Fasching, Karneval oder Fastnacht?

Närrische Grüße ♥
Eure Doris